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Die lokale Schadstoffverteilung in Österreich.

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Einleitung

 

Die Niederschlagsuntersuchungen, die in dieser Arbeit an Stationen in den Bundesländern Salzburg und Tirol durchgeführt wurden, dienen der Erfassung der zeitlichen und räumlichen Trends der Stoffeinträge von Schwefel und Stickstoffverbindungen, freier Säure sowie von neutralisierenden Kationen. Diese Daten sind von besonderer Bedeutung für die Abschätzung der Entwicklung des Zustands der Böden im Rahmen des critical load Konzepts. Weiters erlauben die Meßdaten Rückschlüsse auf atmosphärisch-chemische Prozesse (z.B. Puxbaum et al., 1988 bzw. 1991) und fungieren als Datenbasis für die Validierung luftchemischer Modelle (z.B. EMEP  , Sandnes 1993).

Durch nassen Deposition werden Ionen aus der Atmosphäre in Ökosysteme eingetragen. Dabei sind sowohl die Konzentration der Ionen im Niederschlagswasser, als auch die Niederschlagsmenge für das Ausmaß der Ionendeposition von Bedeutung. Bis zur Sättigung eines Ökosystems kann der Eintrag an Ionen unter Umständen einen günstigen Nährstoffeintrag darstellen. Wird jedoch eine kritische Belastungsgrenze überschritten, führt die weitere Zufuhr von Ionen zu Schädigungen. Das Festlegen dieser vom jeweiligen Ökosystem abhängigen kritischen Belastungsgrenzen gestaltet sich als äußerst komplex. Die Diskussion um solche critical loads   ist derzeit international im Gange. Unter Berücksichtigung der abgeschätzten trockenen Depositionen (Kovar et al., 1991) lassen beispielsweise die Naßdepositionsdaten der salzburger Meßstellen Überschreitungen der critical loads für Schwefel- und Stickstoffverbindungen in den Voralpen und im Nordstau der Alpen   vermuten (Schulze et al., 1990).

Im Rahmen dieser Diplomarbeit werden die Entwicklungen des sauren Regens in Österreich anhand der 11-Jahreszeitreihen, die von einigen österreichischen Stationen bereits vorliegen, untersucht. Besonderer Augenmerk liegt hier sowohl auf der Analyse der Langzeittrends   und der saisonalen Schwankungen  , wie auch in der Anwendung und Überprüfung international anerkannter Modellierungen der Zeitreihen, und in weiterer Folge der Versuch erweiterter Modellansätze um die Qualität der Modellierung zu verbessern, bzw. um den Grad der prinzipiellen Modellierbarkeit dieser Daten zu eruieren. Die Analysen werden am Beispiel ausgewählter tiroler und salzburger Stationen durchgeführt, wobei im wesentlichen folgende Gründe für diese Auswahl ausschlaggebend sind:

  • die Modellierung ist relativ aufwendig. Ein Methodenvergleich, wie er in dieser Arbeit durchgeführt wird, ist also nur an wenigen ausgewählten Stationen möglich, wobei folgende Kriterien bei der Auswahl herangezogen wurden:
    • genügend Meßwerte
    • nicht zu viele Ausfälle der Meßstation
    • relativ wenig Störungen und/oder Kontaminationen
    • geographisch/ökologisch interessante Lage
  • weiters legt die Diskussion dreier international anerkannter Modelle (nach Buishand (1988), Berge (1988) und Sirois (1993)) unter Anwendung auf österreichische Meßdaten einige Schwächen dieser Ansätze offen. Eine Anwendung auf alle denkbaren Stationen macht daher im österreichischen Fall wenig Sinn
  • es hat sich bei früheren Arbeiten gezeigt (Kalina et al., 1995), daß die qualitative Betrachtung bei den meisten Stationen sehr ähnlich ist, d.h. Analysen der Langzeittrends weisen, ebenso wie saisonale Variationen in ganz Österreich, ähnliche Werte auf
  • die betrachteten Stationen wurden von der analytischen Seite her von unserer Abteilung betreut, was genaue Auskünfte über Zuverlässigkeit von Werten und genauere Auskünfte über Lage und Besonderheiten (beispielsweise Quellen möglicher Kontamination in der Umgebung ...) einzelner Stationen erlaubt.

Um einen Überblick über die gesamtösterreichische Situation, bzw. über das Umfeld der ausgewählten Stationen zu bekommen, werden zunächst einige kurze Interpretationen und Karten gezeigt, die einen Eindruck von den österreichischen Gegebenheiten in dieser ökologisch sensiblen Frage geben. Um das Bild abzurunden, wird außerdem ein kurzer Überblick über die geographische Verteilung der Schadstoffe in Österreich gegeben, wobei dem Nord/Süd- und dem Ost/West Profil     besondere Beachtung geschenkt wird (Kalina et.al., 1996).

Um die Übersichtlichkeit in Tabellen und Abbildungen zu gewährleisten werden an einigen Stellen anstelle der korrekten chemischen Nomenklatur Abkürzungen verwendet. Eine Übersicht findet sich in Tabelle gif.


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© 1996 Alexander Schatten
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