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Die lokale Schadstoffverteilung in Österreich.

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Zusammenfassung

 

Der erste Aspekt, der in dieser Arbeit betrachtet wurde, ist die lokale Schadstoffverteilung in Österreich. Grundsätzlich ist ein West-Ost- und ein Nord-Süd-Gradient zu beobachten, wobei die Ionenkonzentrationen im Niederschlag im Westen niedriger sind als im Osten, und im Süden niedriger als im Norden. Weiters kann man die salzburger Meßstationen nach geographisch und klimatischen Einflüssen in drei Gruppen einteilen:

  • Die inneralpine Stationen mit Innervilgraten und Sonnblick, die die niedrigsten Ionenkonzentrationen aufweisen.
  • Die Stationen im Alpenvorland mit Haunsberg, die die höchsten Konzentrationen zeigen.
  • Die alpinen Stationen niederer Höhenlage in Salzburg nämlich Werfenweng und St.Koloman, deren Konzentrationswerte zwischen den beiden anderen Gruppen liegen.

Die Bestimmung der chemischen Zusammenhänge ergibt hohe Korrelationen zwischen Sulfat, Nitrat und Ammonium. Das bestätigt, zusammen mit der Tatsache, daß an allen Stationen die Protonen besser mit den Nitrat- als mit den Sulfatwerten korreliert, die Zusammenhänge des Neutralisationsgleichgewichtes zwischen Ammoniak und Salpeter- bzw. Schwefelsäure wieder. Die Neutralisation der säurebildenden Ionen erfolgt hauptsächlich durch Ammoniak. Aufgrund thermodynamischer Zusammenhänge wird zunächst die Schwefelsäure, dann erst die Salpetersäure neutralisiert. Weitere Korrelationen zwischen Kalzium und Magnesium sind durch ubiquitäres Vorhandensein von Dolomit erklärbar. Ein weiterer interessanter Aspekt ist das Ergebnis der Calcium/Chlorid Betrachtung: Nicht nur hohe Korrelationen sind zu beobachten (was ein Vorkommen als Calciumchlorid vermuten läßt), sondern v.a. ein bisher nicht erklärbarer starker Anstieg der beiden Ionen an einigen Stationen.

Der nächste Schritt der Analyse ist der Versuch die Langzeittrends der Ionenkonzentrationen zu bestimmen. Zusammenfassend ergibt sich eine einheitliche Reduktion der Sulfatkonzentrationen im Bereich von etwa -30% in zehn Jahren. Interessant ist in weiterer Folge, daß diese Reduktion in der Größenordnung der europaweiten Reduktion der SO2 Emissionen über einen Zeitraum von zehn Jahren liegt. Das spiegelt den Zusammenhang zwischen Emissionen und Imissionen wieder. Die Reduktionen sind bei den Nitrat Zeitreihen nicht so stark ausgeprägt allerdings durchwegs als signifikant zu beszeichnen. Bei den Ammonium Werten hingegen ist das Bild weitaus heterogener, was allerdings durch einen stärkeren lokalen Einfluß erklärt werden kann.

Die Untersuchung der saisonalen Variation der Ionenkonzentrationen von Sulfat, Nitrat und Ammonium ergibt qualitativ ein einheitliches Bild: Es liegt eine bimodale Konzentrationsverteilung vor, wobei ein stark ausgeprägtes Maximum im Frühjahr und ein zweites schwächeres Maximum im Frühherbst auffällt. Diese Tatsache spielt in weiterer Folge eine wichtige Rolle bei der Diskussion der Regenmodelle.

Faßt man die Ergebnisse der verschiedenen Regenmodelle zusammen so zeigen sich einige prinzipielle Schwächen:

  • Die Trennung der saisonale Komponente von linearem Trend und Verdünnungsterm ist so ohne weiteres gegeben, wie in der Literatur beschrieben. Das zeigt sich an dem Verhalten des erweiterten Modells, aus dem sich schließen läßt, daß der harmonische Term nicht alleine ausschlaggebend zur Beschreibung der Saisonalität ist.
  • Die Analyse des Verdünnugsterms zeigt, daß dieser Einfluß nicht ausreichend beschrieben ist, und weitere Untersuchungen zur Klärung dieses Phänomens notwendig sind.
  • Eine Verbesserung der Modellierung auf Basis dieser Einflußgrößen und Prinzipien ist mit einem überproportionalem Aufwand verbunden.

Aus diesen Punkten folgt: Eine Verbesserung der literaturbekannten Modelle ist möglich, stößt aber an Grenzen. Eine fundamentalere Untersuchung aller in Frage kommenden Einflußgrößen wäre notwendig um eine deutlichere Verbesserung der Modellierung und des Verständnisses des Systems zu erreichen. Außerdem darf eine detailierte Interpretation einzelner Parameter eines der betrachteten Modelle (aus oben genannten Gründen) nur mit größter Vorsicht erfolgen.

Dennoch können (mit Ausnahme des Ansatzes nach Sirois) alle hier vorgestellten Modelle in gewissen Grenzen zur Beschreibung der Zeitreihen und auch zur vorsichtigen Extrapolation angewandt werden, wobei das Verhältnis zwischen gewünschter Genauigkeit und vertretbarem Aufwand die Wahl des Modells bestimmt.


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