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Die lokale Schadstoffverteilung in Österreich.

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Jahresmittelwerte

   

Basierend auf den Ergebnissen der chemischen Analyse der Niederschlagsproben und den gemessenen Niederschlagsmengen, wurden die Elfjahresmittelwerte der Ionenkonzentrationen im Niederschlagswasser, sowie die Elfjahresmittelwerte der Massenflüsse der untersuchten Komponenten berechnet. Ab Tab.gif im Datenanhang sind die mengengewichteten Elfjahresmittelwerte der salzburger WADOS - Stationen   und zum Vergleich die Mittelwerte der tiroler und dreier oberösterreichischer Stationen für die betrachteten Ionen als Konzentrations- und Depositionswerte aufgelistet. Das jeweilige Untersuchungsintervall ist ebenso angegeben, wie die mittlere Niederschlagsmenge. Die den Berechnungen zugrunde liegenden Jahresdaten der salzburger Stationen sind im Anhang (Tab.gif bis Tab.gif) sowohl als Jahresmittelwerte der Ionenkonzentrationen in mg/l, als auch als Jahresmittelwerte der Depositionen in kg/ha für die einzelnen Stationen aufgelistet. Die Daten der oberösterreichischen Stationen sind dem Meßbericht 6 der oberösterreichischen Landesregierung (Sommer et al., 1994) entnommen. Die Daten der tiroler Stationen entstammen der institutseigenen Datenbank. Die räumliche Verteilung der mengengewichteten Elfjahreskonzentrationen im Niederschlag, sowie der Einträge an Sulfatschwefel, Nitrat-Stickstoff und Ammonium-Stickstoff, ist darüber hinaus in den Abb.gif bis Abb.gif dargestellt. In den Österreichkarten sind die Niederschlagsmeßstellen mit Pfeilen gekennzeichnet, die Konzentrationswerte sind auf eine Nachkommastelle gerundet angegeben. Die Pfeile sind in vier Größenklassen und Farben eingeteilt, um die Verteilungsstrukturen   besser visualisieren zu können. Bereits in dieser Darstellung sind einige Rückschlüsse auf lokale Schadstoffverteilungen und eine Beobachtung von Konzentrationsgradienten   möglich. Allerdings darf man bei der Beurteilung der Karten nicht vergessen, daß es sich um 11-Jahresmittelwerte handelt, das bedeutet, daß keinerlei dynamische Prozesse   beobachtet werden können. So sind Langzeittrends  , die sich bei den Stationen unterschiedlich stark auswirken, in diesen Abbildungen natürlich nivelliert!

Da lokale Emissionen   eine geringe Relevanz für die Ionenkonzentrationen im Niederschlagswasser haben, sind die Untersuchungsergebnisse einer Meßstelle für ein größeres Gebiet repräsentativ. Bei der räumlichen Verteilung   der Ionenkonzentrationen sind ein West-Ost- und ein Nord-Süd-Gradient   zu bemerken. Die Ionenkonzentrationen im Niederschlagswasser sind im Westen Österreichs geringer als in den östlichen Bundesländern und im Süden geringer als an den nördlichen Stationen. Ein weiterer Unterschied besteht zwischen den Stationen im inneralpinen   Raum und den Stationen nördlich, östlich und südlich der Alpen. In inneralpinen Gebieten sind die Ionenkonzentrationen geringer als im Alpenvorland  . Das Gebiet der Hohen Tauern mit den Stationen Sonnblick und Kolm Saigurn gehört zu diesem inneralpinen Typus. Die Konzentrationen an der Station Werfenweng sind deutlich geringer als an der Station Nußdorf am Haunsberg im Alpenvorland. Am Haunsberg werden die höchsten Ionenkonzentrationen der salzburger Stationen gemessen. Die Gradienten wurden schon bei Puxbaum et al. (1991) für die Stationen Reutte, Kufstein und Haunsberg mit Daten aus den Jahren 1987/88 und 1988/89 aufgezeigt. Sie konnten mit den Daten der WADOS-Stationen des gesamten österreichischen Meßnetzes   zusammen mit den Daten angrenzender benachbarter Meßstationen in Deutschland, Italien und Kroatien in zwei Überblicksarbeiten für die Jahre 1991 und 1992 (Kalina und Puxbaum, 1994 und 1995) belegt und hier in den Elfjahresmittelwerten wiederum bestätigt werden.

Die nasse Deposition   wird von der Ionenkonzentration im Niederschlag und der gefallenen Wassermenge bestimmt. Hohe Einträge können daher sowohl von hohen Konzentrationen als auch von ergiebigen Niederschlägen verursacht werden. Abgesehen von den Konzentrationsgradienten weist auch die Menge des gefallenen Niederschlages erhebliche   regionale Unterschiede auf. An den betrachteten Stationen variierte die mittlere Jahresniederschlagsmenge (NS in Tab.gif und gif im Datenanhang) zwischen 698 mm (Innervillgraten) und 1572 mm (Grünau). Aufgrund der hohen Ionenkonzentrationen im Voralpengebiet   und den ergiebigen Niederschlägen in den Randzonen der Alpen werden entlang der Nordkette der Alpen   und im Süden Österreichs die höchsten Mengen an Ionen naß deponiert.   Bedingt durch die hohen Niederschlagsmengen werden aber auch in den hochalpinen Lagen   ökologisch relevante Ionenmengen deponiert. Ein gutes Beispiel gibt der Vergleich der salzburger Stationen Sonnblick (3106m Seehöhe) und Kolm Saigurn (1600m Seehöhe), die nur durch eine nahezu senkrechte Steilwand voneinander getrennt sind. Die Konzentrationen beispielsweise des Sulfatschwefels, sind mit 0,4 mg/l im Elfjahresmittel an beiden Stationen gleich, während die nasse Deposition   am Sonnblick 5,8 kg/ha und in Kolm Saigurn bedingt durch den um einen Faktor 2 geringeren Niederschlag nur 3.1 kg/ha aufweist. Jüngere Studien mit Totalisatoren, die der Problematik der Niederschlagsmengenmessung an der Gipfelstation Sonnblick eher gerecht werden, als die zur Zeit angewendete Ombrometertechnik   (Puxbaum et al., 1991), sprechen von doppelt so hohen Niederschlagsmengen für den Sonnblick, als bisher publiziert (Schöner, 1995). Das würde sogar einen mittleren Eintrag von 11.6 kg/ha bedeuten. Solche hohen Depositionswerte an den hochalpinen Meßstellen überschreiten die critical loads   für sensitive Ökosysteme (Schulze et al., 1990).

Durch nasse Deposition   wurden an den salzburger Meßstellen im Untersuchungszeitraum im Schnitt 3-9 kg Schwefel, 5-15 kg Gesamtstickstoff, 3-13 kg Kalzium und 2-18 kg Chlorid pro ha eingetragen. Die höchsten Einträge wurden dabei von den Ionen Kalzium und Chlorid ausgemacht, die damit als durchaus relevant für luftchemische Betrachtungen eingestuft werden müssen. Die Quelle für dieses gemeinsame Auftreten von Kalzium und Chlorid   ist bis jetzt noch nicht geklärt, zumal die Stationsbetreuer lokale Kontaminationen   ausschließen (Kalina et.al., 1995).

Die Übersichtskarten auf den nächsten Seiten geben die lokale Verteilung der wichtigsten Schadstoffe  anhand der verfügbaren Meßstationen wieder (siehe auch Kalina et.al. 1995).

     figure182
Abbildung: Lokale Verteilung der Sulfatdeposition [kg/ha]
Abbildung: Lokale Verteilung der Sulfatkonzentration [mg/l]

     figure191
Abbildung: Lokale Verteilung der Nitratdeposition [kg/ha]
Abbildung: Lokale Verteilung der Nitratkonzentration [mg/l]

     figure200
Abbildung: Lokale Verteilung der Ammoniumdeposition [kg/ha]
Abbildung: Lokale Verteilung der Ammoniumkonzentration [mg/l]


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© 1996 Alexander Schatten
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